Besuchen Sie uns auf

Wahlversammlung 13.02.2008

Bericht vom 19.02.2008
Erstklässler nicht jeden Tag „herumkarren“

Martin Eules vom Bürgerforum Stulln begreift sich als überparteiliche Alternative für die Wähler

Stulln. (foa) „Ich möchte eine überparteiliche Alternative für die Wähler sein.“ Damit fasste Martin Eules, der Bürgermeisterkandidat des Bürgerforums Stulln, beim Wahlkampfauftakt seine Ziele zusammen. Rund 30 Besucher informierten sich im Gasthaus Klarner über die politischen Pläne des Bürgerforums; außerdem sprach der stellvertretende Landrat Joachim Hanisch.

Seit 2002 im Gemeinderat

Martin Eules, der seit 2002 im Gemeinderat mitarbeitet, stellte ein familienfreundliches Stulln in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Dazu gehöre vor allem eine entsprechende Betreuung der Kleinen im Kindergarten sowie der Erhalt der Grundschule. „Einen Erstklässler jeden Tag in einen anderen Ort zu karren, ist eine zusätzliche Belastung für das Kind, die es zu vermeiden gilt“, so Eules.

Auch die Arbeit der Vereine liege ihm besonders am Herzen, da diese unter anderem den Neubürgern helfen, sich einzuleben. „Vereine sind das Herz des sozialen und gesellschaftlichen Lebens in unserer Gemeinde.“ In Sachen Wirtschaft möchte Eules durch den Verkauf von Gewerbeflächen neue Betriebe ansiedeln; dazu will er den Anschluss an die neue Autobahn nutzen. Auf den Vorschlag des Bürgerforums hin habe die Gemeinde außerdem das neue Baugebiet „Herzendamm II“ ausgewiesen. Wichtig, so Eules, sei aber auch die friedliche Zusammenarbeit im Gemeinderat. „Die Tür zur Zusammenarbeit steht allen Gruppierungen offen. Und einigen von ihnen möchte ich mit auf den Weg geben, zu bedenken, dass es auch ein Leben nach der Wahl gibt.“


Anschließend bat Josef Braun, der den Abend moderierte, den stellvertretenden Landrat Joachim Hanisch um einige Worte. Dieser sprach zunächst über die Schulsituation. 21 Schulen habe der Landkreis – mehr als jeder andere Landkreis in der Oberpfalz – und in diese seien in den letzten Jahren viele Investitionen geflossen.

Zwar habe es Kritik gegeben, der Kreistag habe zu viele Schulden aufgehäuft. Doch diese Investitionen in Schulen und auch in Straßen seien einstimmig beschlossen worden; außerdem schlage sich die wirtschaftliche Lage im Geldbeutel des Landkreises immer erst mit zwei Jahren Verspätung nieder – so dass der Kreis nun gute Steuereinnahmen zu erwarten habe und einen erklecklichen Teil der Schulden in relativ kurzer Zeit zurückzahlen könne. „Schwandorf hat sich von der Problemregion zur Vorzeigeregion entwickelt. Und es ist wichtig, dass wir ein lebendiger Landkreis bleiben“, so Hanisch.

Ein weiteres Thema war der öffentliche Personennahverkehr. Eine große Zahl von Amtsträgern kämpfe seit Jahren um dessen Zukunft. „Und dann kommt die Frau Deml und sagt, sie hat ein Konzept, das alle Probleme löst, und das sie 150 Tage nach der Wahl vorstellen wird. Ich aber finde es fair, zu sagen: Wenn ihr mich wählt, mache ich das und das – und nicht, zu sagen: Wählt mich mal, und nach 150 Tagen sage ich euch dann, was ich vorhabe.“ Ebenfalls wichtig war Hanisch die Förderung des ländlichen Raums. „Schauen Sie mal die Fakten an“, so der zweite Landrat. „Wo steht die Oberpfalz in Bayern? Sie steht zusammen mit Niederbayern an letzter Stelle.“

Gegen Transrapid-Strecke

Wichtig für die Region seien zum Beispiel die Förderung der Jugendarbeit und der Erhalt der Krankenhäuser. Linien öffentlicher Verkehrsmittel würden außerdem auf dem Land gestrichen – in München aber solle viel Geld in den Transrapid fließen, der die Reisenden auf dem Weg zum Flughafen nur ein paar Minuten spare. „Wenn die Industrie eine Teststrecke für den Transrapid braucht, um die Leute nicht immer nach China schicken zu müssen“, so Hanisch, „warum muss das dann der Freistaat Bayern zahlen?“

zurück

 

Martin Eules

Martin Eules, Bürgermeisterkandidat
des Bürgerforums Stulln
Bild: foa